Heute vergessen wir so konsequent, wie das gemeine ‚Tier‘ vergessen wird im real existierenden… Nichts? Oder wie Kekskrümel.

Wir vergessen ganz schnell die selbst ernannten Ikonen Deutschen Tierschutzes, deren Ausgaben für Rechtsanwälte, pseudo-adlige Honorarbotschafterinnen, Selbstbeschau und blablabla den ernst zu nehmenden Tierschutzes um den Faktor ‚x‘ übersteigen.

Wir vergessen ganz schnell selbst ernannte ‚Helden für Tiere‘, deren Einsatz nichts weiter ist als eine Scripted-Reallity-Soap einer Sendeanstalt, die sich  nicht dafür zu interessieren hat, WAS sie sendet, sondern WELCHE Quote der Schwachsinn bringt: hundkatzeausdiemaus GmbH & Co. KG a.A. Herr Weber weiß das und muckte quer, bis sich Hauptsponsor BMT bös bös bös quer stellte – der Moment meiner Solidarität mit einem Mediengesicht, dass sich fast gerner (VOX-Deutsch?) selbst in die Kamera drehte, als das Subjekt des Drehbuchs zu präsentieren…

Wir vergessen ganz schnell, dass Helden für Tiere mehr Leichen im Keller haben als Rumänische Tierfänger im rollenden Krematorium. Natürlich sind Bandidos nicht primär Drogen-, Menschen- und Waffenhändler, sondern unserer Zivilgesellschaft verpflichtete Mitbürger. Natürlich ist ein ‚Herr‘ Seeger ehrenwert – wie so manch ebenso benannte Gesellschaft. Natürlich bewahren Rechtsanwälte den Rechtsstaat – wes Dreck ich fress, des Hand ich küss. Natürlich leben wir in einer Demokratie, die besagt, dass jeder seine Meinung frei in Wort, Bild und Schrift äußern darf. Was sie verschweigt: wenn man finanziell in der Lage bin, die Konsequenzen einer eigenen Meinung tragen zu können. Die dürfen nämlich nur die frei von Eingriffen äußern, die nichts für die Allgemeinheit, dafür alles für die Sicherung der eigenen Pfründe außerhalb des Staates tun, deren Vorteile sie perfekt zu nutzen verstehen.

Wir vergessen schnell die knatternden Fähnchen im Wind, die ihre Ausrichtung – Meinung wäre eine unangebrachte Überhöhung – schneller ändern, als ein Verstand folgen könnte, den diese Profiteure und Berufsbetroffenen zur eigenen Rechtfertigung schlicht nicht haben.

Wir vergessen schnell das Recht auf gnädigen Tod einer gequälten Kreatur, wenn es der Gewinnerwartung frommt, dem eigenen Ego oder der Akquise eigener Unsterblichkeit.

Wir vergessen schnell jede Achtung eines gesunden Menschenverstands im Angesicht angeheirateter Titel, feister, tätowierter Bäuche, im Angesicht dessen, was nicht gesehen werden will, im Angesicht kritischer Stimmen und Erfahrungen anderer, die sich nicht einspannen lassen in eine ‚Win-Win-Situation‘, die allen dient, nicht aber den angeblich zu schützenden Kreaturen.

Wir vergessen schnell, dass Sender wie VOX und andere das Interesse am Tierschutz haben wie das einer Gottesanbeterin an Liebesheirat. Wir vergessen schnell, das Sendungen wie ‚hundkatzeausdiemaus‘ Quote wollen und nicht Information, Aufklärung und Aufbegehren. Dass jeder, der ausbricht und eine Meinung hat, aus dem Kreis der heiligen drei Tierschutz… (zu teuer) ETN, BMT und TASSO ausbricht, seine Karriere verwirkt hat.

Wir vergessen jeden Ansatz, den verstorbenen Tierschutz zu Gunsten der Schutzbefohlenen zu reanimieren und von dem Dreck zu befreien, der Tier und Mensch jede Atemluft entzieht: Mitleidslaufmasche, Qualfotoerpressung, Kritikunfähigkeit, Selbstüberschätzung, Profitmaximierung.

Wir vergessen das willfährige Teilen zerebral entkernter Berufsbetroffener, das Dauerfeuer inkompetenter ‚Tierschutz‘-Ikoninnen, sorry, der Mist ist fast ausschließlich weiblich, die weinerlichen Tiraden aus dem Schoß statt aus dem Kopf.

Wir vergessen natürlich auch alle gesetzlichen Rahmen, Verordnungen, Richtlinien, die den ungehemmten Handel mit wehrlosen Kreaturen begrenzen, kontrollieren und regeln könnten. Weil die Kreatur will, was wir sagen, dass sie es will.

Wir vergessen für einen glücklichen Moment den ganzen Schwachsinn, blicken unseren Schutzbefohlenen tief in die Augen, kraulen ihr Fell, besinnen uns auf deren Bedürfnisse, verweigern uns selbst die Absolution und fangen an, fremde Götter in Frage zu stellen. Jeder kann für sich zum Helden werden.

Aber… will er/sie auch? Oder doch besser Kekskrümel?

© Michael Marx – 04/2012

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