Tut gut, tut not, tut nix.

Berlin tut gut. Wem genau ist bislang durch Partymajor „Tom“ Wowereit – er soll sich Gerüchten zufolge ab und an in Berlin aufhalten – und seinem Nachtschattenkabinett noch nicht eindeutig definiert, aber wie heißt es so schön? Leute, fresst mehr Scheiße, Milliarden Fliegen können nicht irren!

Berlin tut also gut, tut not, tut nix. Ich darf dank der Gnade meiner lokalen Geburt hier leben und frage mich. Das auch. Meine vierbeinige Lebensabschnittspartnerin trägt neben Zecke der Saison auch Fragezeichen im Gesicht, seit ich das Hundeleben mit ihr teile. Berlin tut Berlinern gut. Wenn sie keinen Hund haben. Dann schon.

Initiative eins ist die Klassifizierung aller Vierbeiner jenseits der Chihuahua-Grenze als Listenhunde. Wer schon einmal einen Teutschen Teckel an der Gurgel hängen hatte, weiß, wovon ich rede! Teckel am Hals zum blauen Anzug ist in etwa so deklassierend wie braune Schuhe nach 18:00 Uhr, Freunde der humanistischen Bildung. Danke, Senat von Berlin. Den Drahtmaulkorb meines Border-Terriers orderte ich beim Kiezuhrmacher: es geht immer noch kleiner.

Initiative zwo ist die gnadenlose Verfolgung frei laufender Vierbeiner bis Kniehöhe. Ab Rottweilergröße aufwärts widmen sich die dekorierten Helden des Ordnungsamtes falsch geparkten Fahrzeugen bis 2.000 ccm Hubraum. Maximal. Amok fahrende, muskelbetriebene Zweiräder auf Gehwegen: zu schnell. Aber immerhin.

Initiative drei: Öffentliche Verkehrsmittel – in Restdeutschland gerne als ÖPNV gebrandmarkt – sorgen sich mit und verlangen für den Transport selbst laufender Fußhupen à la Teckel, Jack Daniels und Konsorten konsequenter Weise eine Transporttasche. Wie in Amiland der Suff in die Papiertüte gehört, nimmt also der kläffende Winzling in Tragetaschen Platz: BVG sponsored by made in China. Aber bevor die köchelnde Volksseele die durch Weichmacher verätzte Stimme heiser erhebt: schmackhafte Wauzies werden für die chinesische Küche genauso gezüchtet, wie Pferde für die gleichnamige Wurst. Lecker. Die Pferdewurst.

Initiative vier: Nur die Harten vermeiden den Garten! Die dem Mob der BVG-Benutzer entzogenen Restbeißer dürfen sich auf gleich drei Bolzplätzen für unangeleinte Vierbeiner nach Herzenslust austoben – bis sie dehydriert und überhitzt aller Wahrscheinlichkeit nach noch kurz vor den verantwortungslosen hominiden Futterautomaten bar jeden Lebens zusammenbrechen. Ein bisschen Verlust ist immer.

RenternInnen, denen es gelang, ihre überquadratischen Presswürste dem Regulierungswahn anarchisch zu entziehen, sind die hohnlachenden GewinnerInnen dieser Haustierkriese, während Haustierfreunde in hellen Scharen nach Mallorca emigrieren und dort die Perreras auf der Suche nach zu vermenschlichenden Mentalitätsopfern zu flöhen. Buchstäblich. Arme Opfer. Arm?

Auch Arme haben Beine.
Arme haben auch Arme.
Beine haben keine Arme.
Arme Beine!

Berlin tut. Tut gut, tut not, tut nix.

Gut?

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Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.  – © Michael Marx – 11/2010

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