Rumänien raus aus der EU. So tönt es regelmäßig bei Facebook aus den Laut-Sprechern. Der Klang ist blechern, weil der Ansatz Blech ist – dünnes Blech.

Unser Ansatz tönt anders: Rumänien BLEIBT in der EU – und die EU steht in der Verantwortung für eine sinnvolle Hilfe zur Selbsthilfe zu sorgen. Wer den Spiegel liest, wird mitbekommen haben, das ein Fernsehmitarbeiter sich während einer Sitzung des Bukarester Parlaments vom Rang hinunter stürzte, um auf Armut und Hoffnungslosigkeit aufmerksam zu machen – und dieser Mann lebt schon privilegiert!

Während im Großteil der EU-Mitgliederstaaten Geld ausgegeben wird, was alle zukünftigen Generationen nicht werden zurück zahlen können, hat sich das bitter arme Rumänien einen stringenten Sparkurs unterworfen, um der Schuldenfalle zu entgehen. Die Folgen für eine Mehrheit im Staate sind schwer wiegend, die für die Straßenhunde katastrophal.

Würde Rumänien aus der EU ausgeschlossen, wäre eine weitere Verarmung nicht aufzuhalten – mit unkalkulierbaren Folgen für die Schwächsten: Mensch und Tier. Eine Mitgliedschaft in der EU aber gibt der Europäischen Gemeinschaft ein Druckmittel in die Hand: Geld. Was in Rumänien gefragt ist, ist Hilfe zur Selbsthilfe.

Es kann nicht sein, dass ein Mann eine Familie nur noch durch das Töten von Straßentieren über ein Kopfgeld überleben lassen kann! Wo es keine Arbeit und keine Chancen gibt, beseitigt der Überlebenskampf leider alle ethischen und moralischen Schranken. Leider ist in Vergessenheit geraten, was auf den Schwarzmärkten im Nachkriegsdeutschland vor sich ging, was gut ausgebildete Menschen bereit waren zu tun, nur um eine Kippe zu Ende rauchen zu können.

Wir verteidigen keinesfalls Massentötungen an Straßenhunden. Aber bevor ein ganzes Volk pauschal als Mörder und Pack tituliert wird, kann ein Blick in die Geschichtsbücher nichts schaden. Das Elend kann gemildert werden, wenn das Elend eines Volkes gemildert wird, nicht, in dem man es pauschal zu Untermenschen verleumdet.

Bisher haben wir kaum einen Aufschrei gehört über die Praxis, in Italien durch Futter-Subventionen durch die EU das Elend der aufgegriffenen Hunde ins unermessliche zu steigern. Dank üppiger Gewinne besteht kein Interesse an Vermittlung, eine ungezügelte Vermehrung ist erwünscht, Hunde verbringen in diesen EU-Hunde-KZs eine Grauen erregende Existenz, ein Leben ist das nicht! Muss Italien jetzt nicht auch raus aus der EU? Ist ein ganzes Hundeleben hinter engen Gittern in Dreck und Kot, Sommers wie Winters, unbehandelt und ohne Zuwendung besser als der Tod? Nicht im Ernst, oder?

Operetten-Präsident Berlusconi regiert wie ein kleiner Sonnenkönig die einzig funktionierende Anarchie der Welt und in den Canili leiden Hundertausende von Straßenhunden. Ich höre nichts! Kein Aufschrei, keine Demos vor den Italienischen Botschaften, keine Beschimpfung der Italiener. Liebe Leute, das macht keinen Sinn. Oder ist die Angst vor der Mafia, der Camorra hier größer als die Wut gegen Tierquälerei? Wieso wird hier mit zweierlei Maß gemessen?

Oder spuckt man seinem Urlaubsziel einfach nicht in die Adria?

Was ist mit dem willfährigen Respekt vor Oberbetführer Ratzinger, dessen Künstlername als von Menschen ernannter Stellvertreter Gottes mir zum Glück nie geläufig war? Der Kinderschänder nur missbilligt, wenn es nicht mehr anders geht? Der in Geiselhaft von Interessengruppen wie der Gebetbuchmafia Opus Dei der Zuspruch einer Seele durch Johannes Paul II. kurzerhand kassiert und im Ablasshandel diesen mal eben selig spricht? Aber sich als Kirchsteuerzahler Tierschützer nennen, ist natürlich völlig in Ordnung, logisch und – in unseren Augen einfach krank. Aber wo bleibt die Forderung: scheucht das Ratzinger vom Heiligen Stuhl schickt die kirchlichen Robenträger in die Schlachthäuser, in die Straßentier-KZs, in die Tierversuchslabore und anschließend zum Nachdenken in die Wüsten der Welt.

Es gibt nur ein Mittel, die Tierflut einzudämmen und DAMIT das Massentöten zu beenden: Kastrationen von Straßentieren in Massen, überall, ohne Wenn und Aber. Das Geld ist doch da, nur richtet sich die Verwendung offenbar nach freiem Gusto der Brüsseler Spitzen – den konnte ich mir nicht verkneifen – und folgt weder Logik, noch System, noch irgend einer Sachkenntnis.

Es kann nur eine Forderung geben: konsequente Tierschutzpolitik für die EU, einheitlich, kontrolliert und nachhaltig.

Wenn es der EU gelingt, die Krümmung von Bananen vorzuschreiben und deren Einhaltung flächendeckend zu kontrollieren, sollte die Einhaltung der Standards zum Tierschutz genau so möglich sein – zumal hier bestimmt eine Heer von Freiwilligen gerne helfen würde!

Wenn wir beobachten, wie leise die Forderungen nach Kastrationskampagnen durch den Äther säuselt, können wir nur zu dem Schluss kommen, dass offenbar doch zu viele von der Vermittlung von Auslandstieren leben und Angst um ihre Ressourcen haben. Aber ja, es geht allen immer nur um die Tiere. Um jeden Preis. JEDEN.

© Michael Marx – 05/2011

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